Die Welt im Geld – Exklusive Führung

Am 1. Oktober 2026 fand unsere Führung durch die Ausstellung „Die Welt im Geld“ im Historischen Museum Frankfurt statt. 20 Leserinnen und Leser gewannen diesen Nachmittag. Die Kuratorin der Ausstellung, Christina Bach, lies uns Frankfurt ganz neu entdecken als Knotenpunkt weltweiter Verflechtungen von der Antike bis in die Gegenwart. So wurde Globalgeschichte durch das Schlüsselloch finanzgeschichtlicher Objekte innovativ, materiell greifbar und gleichzeitig überraschend neu erfahrbar.

In Kooperation mit:

Rotes Logo mit stilisiertem M und Raute, daneben Schriftzug Historisches Museum Frankfurt in Rot auf weißem Hintergrund

Koloniale Expansion, Krieg, Migration oder Klimakatastrophen fließen in die Betrachtungen ebenso ein wie technologische Innovationen und kultureller Wandel. Der Plural „GlobalisierungEN“ ist dabei bewusst gewählt – denn die Geschichte verläuft nicht einheitlich, sondern in überlappenden Bewegungen.

Mit einem Schwerpunkt auf der Frankfurter Sammlung numismatischer Objekte nutzt die Ausstellung das Potenzial materieller Kultur für die historische Vermittlung. Der bewusste Perspektivwechsel – vom Objekt zum globalen Zusammenhang und zurück – ermöglicht unerwartete Einsichten in wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Am Beispiel einer Frankfurter Teuerungsmedaille aus dem Jahr 1817 lässt sich der Reiz der Ausstellung gut verdeutlichen: Auf der Rückseite der Medaille ist vermerkt, wie teuer die Preise für Getreide und andere Lebensmittel waren. So weit, so unverdächtig. Hintergrund zu diesem Jahr des Hungers 1817 war allerdings ein Vulkanausbruch auf Indonesien zwei Jahre zuvor. Die enorme Aschewolke, die der Vulkan ausstieß, verdeckte die Nordhalbkugel langfristig, sorgte für nasse Bedingungen und zerstörte 1816 durch vermehrte Unwetter großflächig die Ernten.

500 Mark Schein, Maria Sibylla Merian, 1991,
© Deutsche Bundesbank
Simon Franck: Portrait des Kardinals Albrecht von Brandenburg, 1543,
© Bischöfliches Dom-und Diözesanmuseum Mainz, Foto: Marcel Schawe

Viele Mythen, aber auch handfeste Theorien ranken sich um dieses historische Weltereignis und werden mit ihm in Zusammenhang gebracht. So könnte es sein, dass aufgrund des zerstörten Getreides mehr Pferde geschlachtet wurden, was die Durchsetzung des Fahrrads beschleunigte.

Diese und weitere Zusammenhänge lassen sich durch einen tiefen Blick in die Objekte entdecken und offenbaren die Verflechtungen der Welt – auch schon weit vor einer Zeit, die wir heute als „Globalisierung“ verstehen. 
“Die Welt im Geld“ verbindet auf den ersten Blick vielleicht unscheinbare Objekte mit spannenden Kontexten, Geschichte mit Gegenwart – und Frankfurt mit der Welt. Eine Einladung zum Staunen, Hinterfragen und Neudenken.

Weitere Informationen zur Ausstellung, die noch bis 31. Januar 2027 zu sehen ist, finden Sie hier.

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