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Koloniale Expansion, Krieg, Migration oder Klimakatastrophen fließen in die Betrachtungen ebenso ein wie technologische Innovationen und kultureller Wandel. Der Plural „GlobalisierungEN“ ist dabei bewusst gewählt – denn die Geschichte verläuft nicht einheitlich, sondern in überlappenden Bewegungen.
Mit einem Schwerpunkt auf der Frankfurter Sammlung numismatischer Objekte nutzt die Ausstellung das Potenzial materieller Kultur für die historische Vermittlung. Der bewusste Perspektivwechsel – vom Objekt zum globalen Zusammenhang und zurück – ermöglicht unerwartete Einsichten in wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen.
Am Beispiel einer Frankfurter Teuerungsmedaille aus dem Jahr 1817 lässt sich der Reiz der Ausstellung gut verdeutlichen: Auf der Rückseite der Medaille ist vermerkt, wie teuer die Preise für Getreide und andere Lebensmittel waren. So weit, so unverdächtig. Hintergrund zu diesem Jahr des Hungers 1817 war allerdings ein Vulkanausbruch auf Indonesien zwei Jahre zuvor. Die enorme Aschewolke, die der Vulkan ausstieß, verdeckte die Nordhalbkugel langfristig, sorgte für nasse Bedingungen und zerstörte 1816 durch vermehrte Unwetter großflächig die Ernten.

© Deutsche Bundesbank

© Bischöfliches Dom-und Diözesanmuseum Mainz, Foto: Marcel Schawe
Viele Mythen, aber auch handfeste Theorien ranken sich um dieses historische Weltereignis und werden mit ihm in Zusammenhang gebracht. So könnte es sein, dass aufgrund des zerstörten Getreides mehr Pferde geschlachtet wurden, was die Durchsetzung des Fahrrads beschleunigte.
Diese und weitere Zusammenhänge lassen sich durch einen tiefen Blick in die Objekte entdecken und offenbaren die Verflechtungen der Welt – auch schon weit vor einer Zeit, die wir heute als „Globalisierung“ verstehen.
“Die Welt im Geld“ verbindet auf den ersten Blick vielleicht unscheinbare Objekte mit spannenden Kontexten, Geschichte mit Gegenwart – und Frankfurt mit der Welt. Eine Einladung zum Staunen, Hinterfragen und Neudenken.
Weitere Informationen zur Ausstellung, die noch bis 31. Januar 2027 zu sehen ist, finden Sie hier.
Weitere Veranstaltungen
Lange Nacht der Sonntagszeitung
Feiern Sie mit uns 25 Jahre F.A.S. und erleben Sie die Redaktion so nah wie nie: Freuen Sie sich auf anregende Gespräche und Panels, in denen unsere Redakteurinnen und Redakteure mit Gästen über Themen aus allen Ressorts der F.A.S. diskutieren: von Politik, Wirtschaft und Feuilleton bis zu Leben, Wissenschaft und Rhein-Main. Blicken Sie bei einer Tour durch den F.A.Z.-Tower hinter die Kulissen unseres modernen Medienhauses – und lassen Sie sich von den Überraschungen begeistern, die wir für Sie vorbereitet haben.
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Wissenschaft im Dialog: Kann Künstliche Intelligenz die Weltherrschaft übernehmen?
Künstliche Intelligenz revolutioniert den Alltag. Doch wie gefährlich ist es, wenn Maschinen dem Menschen immer ähnlicher werden? Und könnten Algorithmen eines Tages die Weltherrschaft an sich reißen oder sogar die Menschheit auslöschen? Antworten auf diese Fragen kann Christian Reuter geben. Der Informatikprofessor der Technischen Universität Darmstadt kombiniert an seinem Lehrstuhl Computerwissenschaft mit Friedens- und Sicherheitsforschung.
Moderation: Sascha Zoske, F.A.Z.
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Wissenschaft im Dialog: Vorbeugen oder verbieten: Die Zukunft der Drogenpolitik
Haschisch kann legal geraucht werden, E-Zigaretten werden zur modischen Nikotinquelle, gleichzeitig wird die Stadt Frankfurt des Crack-Elends im Bahnhofsviertel nicht mehr Herr: herausfordernde Zeiten für Drogenpolitik und Suchtprävention. Bernd Werse liefert zu den Debatten die Daten: Er ist Professor für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences und untersucht in Studien, wer welche Rauschmittel konsumiert.
Moderation: Sascha Zoske, F.A.Z.
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