1984 – von George Orwell

Wir verlosen 3 × 2 Karten der ersten Kategorie für „1984“ am Mittwoch, den 30. September 2026 um 19.30 Uhr im Berliner Ensemble. Inklusive Sektempfang.

© Jörg Brüggemann

In Kooperation mit:

Schwarzes Berliner Ensemble Logo mit stilisiertem Schriftzug in einem Kreis auf transparentem Hintergrund

Kurzinfo

Ob als Schüler auf einer Eliteschule, als Polizist, ob als Tellerwäscher, Journalist oder Kämpfer gegen das faschistische Franco-Regime in Spanien – George Orwell hatte Zeit seines Lebens ein präzises Gespür für autoritäre Verhaltensweisen und lehnte sie in jeglicher Form ab.

„1984“ erzählt satirisch überhöht und darin gleichzeitig wahrhaftig von einer Welt, in der sich der Drang von Wenigen nach totaler Macht durchgesetzt und strukturell verfestigt hat. In seiner Bearbeitung des Romans verfolgt der Regisseur Luk Perceval die widerständige Kraft zweier Liebenden unter den Bedingungen von allgegenwärtigem Misstrauen, propagandistischem Irrsinn und körperlichem Schmerz. Was steht hinter dem Streben nach totaler Macht? Und inwiefern ist die Ordnung, in der wir leben, ein Spiegel unser selbst?

Zum Stück

„Das wirklich Erschreckende am Totalitarismus“, schreibt Orwell 1944, „ist nicht, dass er Gräueltaten begeht, sondern, dass er das Konzept der objektiven Wahrheit angreift: Er erhebt den Anspruch, sowohl die Vergangenheit wie auch die Zukunft zu bestimmen.“ Laut O’Brien, dem Chefideologen des fiktiven totalitären Regimes von „Big Brother“ in 1984, existiert die Wirklichkeit nur im menschlichen Bewusstsein. Und das ist, wie wir nicht erst seit Internet und Fake News wissen, unendlich formbar. Wer also das Denken der Menschen kontrolliert, verfügt über die Welt, gestaltet sie. Gottgleich. 

Soweit die Idee.

Der Atheist George Orwell betont damit die religiöse Dimension totalitären Machtstrebens. Und als Humanist stellt er die Frage nach der Anfälligkeit für die Verheißungen des totalitären Denkens ausgehend von dem menschlichen Grundbedürfnis nach Erlösung von Leid und Schmerz. Das Aufgehen des Einzelnen in einer Idee, die Flucht aus dem privaten, sterblichen Ich, verspricht ungetrübtes Glück und Unsterblichkeit. Denn eine Idee lässt sich nicht töten. Sogar Winston und Julia, die im Roman auf selbstbestimmtem Denken, Fühlen und Begehren bestehen, sind nicht gefeit vor entsprechenden Heilslehren und ihrem allumfassenden Anspruch. 

Auch sie wären bereit, für deren Durchsetzung Gräueltaten zu verüben, als sie sich der Widerstandsbewegung von Emmanuel Goldstein anschließen, die sich als von O’Brien erfundene Falle herausstellt. Trotz aller Inhumanität in der Menschheitsgeschichte hat Orwell immer an das potenziell Menschliche im Menschen geglaubt. Und an eine gemeinsame, auf Tatsachen und nicht auf Wunschdenken oder paranoiden Feindbildern basierende Geschichte und Gegenwart.

Auch Winston und Julia halten daran fest und begehen damit das grundlegende Verbrechen, das alle anderen enthält: „Denkkrim“. Falsches Denken. Denn der Blick auf das, was wirklich ist, ist nicht erwünscht. Durch Folter innerlich gebrochen und umerzogen wird Winston am Ende erschossen. Dass dies dennoch nicht den Sieg des Totalitarismus bedeutet, begründet Margaret Atwood 2003 im Guardian mit dem Anhang des Romans, in dem die Welt von 1984 als eine Vergangene beschrieben wird: „Deshalb glaube ich, dass Orwell sehr viel mehr Zutrauen zur Widerstandskraft des menschlichen Geistes hatte, als ihm gemeinhin attestiert wird.“

In diesem Sinne sucht Regisseur Luk Perceval den Lichtstreifen in der ansonsten auswegslosen Geschichte des Romans. Nicht gegen, sondern mit Orwell.

von Sibylle Baschung

Weitere Informationen zu „1984“ finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Berliner Ensemble finden Sie hier.

Die Teilnahme ist exklusiv für F.A.Z.-Abonnenten

Sie sind kein Abonnent? Entdecken Sie hier unsere Abos.

Exklusiv für F.A.Z.-Abonnenten

Kein Abonnent? Entdecken Sie hier unsere Abos.

Weitere Gewinnspiele
Neu

Soweto Gospel Choir

Wir verlosen 5 × 2 Tickets für den Soweto Gospel Choir für ein Konzert in einer deutschen Stadt Ihrer Wahl auf der Europa-Tour 2026 mit dem neuen Programm „JOY!“.

Wir verlosen 5 × 2 Tickets für den Soweto Gospel Choir für ein Konzert in einer deutschen Stadt Ihrer Wahl auf der Europa-Tour 2026 mit dem neuen Programm „JOY!“.

Mehr erfahren
Neu

Ich, Gustav Courbet

Wir verlosen 10 × 2 Tickets für eine exklusive Führungen durch die Ausstellung „ICH, GUSTAVE COURBET“ im Museum Folkwang in Essen inklusive eines Ausstellungskatalogs je Gewinnerpaar am 10. September 2026 um 18 Uhr.

Wir verlosen 10 × 2 Tickets für eine exklusive Führungen durch die Ausstellung „ICH, GUSTAVE COURBET“ im Museum Folkwang in Essen inklusive eines Ausstellungskatalogs je Gewinnerpaar am 10. September 2026 um 18 Uhr.

Mehr erfahren
Neu

Der Böglerhof

WWir verlosen drei Übernachtungen inklusive Halbpension für zwei Personen im Fünf-Sterne-Resort „Der Böglerhof“ im Herzen des Alpbachtal.

WWir verlosen drei Übernachtungen inklusive Halbpension für zwei Personen im Fünf-Sterne-Resort „Der Böglerhof“ im Herzen des Alpbachtal.

Mehr erfahren